Vom Biegen und Standhalten: Wie der Wind meine Skulpturen formt

Es gibt Orte, die den Kopf leeren, um Platz für Neues zu schaffen. Für mich ist das die Nordsee – diese karge, weite Landschaft, in der der Wind fast immer weht.
Er ist für mich mehr als ein Wetterphänomen; er ist eine Metapher für das Leben selbst.

Nahaufnahme einer Skulptur aus monochromem Papier-Komposit (Pappmache) mit einer stark im Wind wehenden Stola aus Textil.
Der starke Wind im Schwung der textilen Stola.

Vom Standhalten und Nachgeben

Skulptur aus Off-White Papier-Komposit (Pappmache) mit Körperneigung und wehender Stola gegen den Wind.
Nur die Neigung der Figur und der Schwung der Stola gegen den Wind.

Wir alle kennen den Gegenwind, dem wir trotzen müssen, oder den Rückenwind, der uns antreibt. Doch am faszinierendsten finde ich den Moment, in dem wir lernen, uns wie Bambus im Sturm zu biegen: biegsam und doch stabil.
In meinen Skulpturen versuche ich genau diese Dynamik einzufangen. Es ist der Versuch, das Unsichtbare – den Wind – durch die Haltung einer Figur sichtbar zu machen.


Die Stille der Geste: Warum ich auf Gesichter verzichte

Meine neueren Arbeiten haben keine ausgearbeiteten Gesichter mehr. Das ist eine bewusste Entscheidung für die Offenheit. Ein Gesichtsausdruck legt eine bestimmte Stimmung fest – er ist „laut“.
Ich möchte jedoch, dass meine Figuren leise zum Innehalten einladen. Ohne Mimik bleibt die Erzählung allein in der Gestik, im Schwung des Körpers und in der Neigung gegen den Wind. So kann jeder Betrachter seine eigene Geschichte, sein eigenes Gefühl in der Figur wiederfinden.

Nahaufnahme einer Skulptur aus Papier-Komposit (Pappmache) mit einer starken Schrägneigung nach links ohne ausgearbeitete Gesichtszüge.
Die Stille der Geste.

Leichtigkeit aus Papierkomposit und gehärtetem Papier

Um diese flüchtige Bewegung dauerhaft festzuhalten, arbeite ich  mit einem speziellen Papierkomposit (einer veredelten Form des Pappmaché), Textil und Papier. In meiner fortlaufenden Werkreihe Wind und Sturm erlaubt mir dieses Material eine besonders filigrane Ausarbeitung, die dennoch eine enorme Stabilität besitzt.

Es ist ein ständiger Dialog im Atelier: Wie viel Material brauche ich für die Beständigkeit, und wie wenig darf es sein, um die charakteristische Leichtigkeit nicht zu verlieren? Das Ergebnis sind monochrome, schlichte Unikate, die nicht um Aufmerksamkeit rufen, sondern den Raum mit einer stillen Präsenz füllen.

Nahaufnahme von zwei Skulpturen-Oberkörpern aus Papier-Komposit (Pappmache)mit gehärtetem Faltenwurf aus Transparentpapier.
Nur die Textur der Gewänder im Licht.


Diese Skulpturen sind Unikate aus meiner aktuellen Atelierarbeit. Da der Bestand stetig wechselt, findest du eine Auswahl der derzeit verfügbaren Figuren in meiner Etsy-Galerie.
Gerne kannst du mich auch direkt im Atelier kontaktieren, wenn du Details zu einem bestimmten Werk wünschst  oder eine persönliche Beratung bevorzugst.