Strich, Struktur und Schichtung: Das Zusammenspiel von Tusche und Papierfragmenten.

In meinen grafischen Arbeiten suche ich den unmittelbaren Ausdruck. Ich widme mich reduzierten Tuschezeichnungen, veredelt mit Schellack, oder erschaffe vielschichtige Mixed-Media-Werke aus
Papierfragmenten und Klebeband.
Im Zentrum steht immer die Energie der Linie. Es entstehen Bilder, die aus dem Moment heraus wachsen – expressiv, ungeschönt und von einer filigranen Zerbrechlichkeit.
In meinen Grafiken nutze ich den Schellack als eigenständiges Zeichenmittel neben der klassischen Tusche. Während die Tusche in das Papier einzieht, bleibt der Lack als spürbare Schicht auf der Oberfläche stehen.
Ich zeichne mal rein mit Tusche, mal arbeite ich in Kombination mit Schellack, Klebeband und gefundenen Papieren, die eigene Lebensspuren mitbringen. Der freie Raum auf dem Papier ist dabei immer Teil der Zeichnung.
Eine Auswahl aktueller Zeichnung und Collagen finden Sie direkt in meinem Etsy-Atelier
Zusammenhalt
Mischtechnik auf naturweißem Künstlerpapier (200 g/m²).
Tusche, Schellack und Klebeband.
29,7 x 42 cm. Säurefrei und alterungsbeständig.
Meine Zeichnungen zeigen den Menschen in reduzierter, abstrakter Form. Als zeitgenössische Grafik entstehen diese Unikate in meinem Atelier in Dortmund.
Die Grafik lebt von der Schnelligkeit und der Reduktion, im Gegensatz zur Malerei, die sich in langwierigen Prozessen schichtet. Die gezeichnete Linie ist der direkte Ausdruck des
Augenblicks
.In der Abstraktion lasse ich Unwichtiges weg, um Platz für den Kern der Figuren zu schaffen. Das Zusammenspiel aus klarer Struktur, Freiflächen und dem schnellen Strich gibt den Zeichnungen ihre
Lebendigkeit.
Im Zentrum meiner Zeichnungen steht fast ausschließlich der Mensch. Einst begann dies als Werkreihe unter dem Titel „Die Anderen“ – heute verstehe ich, dass dieses Thema der Kern meiner gesamten
grafischen Arbeit ist.
Es ist die Suche nach dem, was uns verbindet, wenn wir den Blick weiten. Meine Zeichnungen sind keine perfekten Abbilder der Realität; sie sind reduziert, im Strich fragmentarisch und von einer
ungeschützten Offenheit. In dieser Unvollkommenheit liegt eine Einladung zur Gelassenheit und Toleranz – dem Anderen, aber auch sich selbst gegenüber. Indem ich das vermeintlich Unpassende auf
dem Papier stehen lasse, übe ich mich in radikaler Akzeptanz. Jede Linie ist ein Plädoyer dafür, den eigenen Schwächen und dem Gegenüber mit Offenheit zu begegnen – und im Anderen immer auch ein
Stück von sich selbst zu erkennen.
Jede Arbeit ist ein grafisches Unikat, das die Spuren des Entstehungsprozesses in sich trägt. Dazu gehört die bewusste Entscheidung für die Ästhetik des Unvollkommenen. Die Zeichnungen bewegen sich ganz direkt zwischen zarten, flüchtigen Linien und kraftvollen Überlagerungen aus Tusche und Papierfragmenten.
Eine Auswahl von Grafiken und Collagen, die das Wesen des Moments festhalten. Diese visuellen Notate haben ihren Platz in privaten Sammlungen weltweit gefunden und erzählen ihre Geschichte nun an neuen Orten weiter.