Schichtung und Patina: Die Symbiose aus Farbe und gefundenen Papieren.

Meine Arbeitsweise ist ein Dialog mit dem Material. Durch das wiederholte Auftragen und Abtragen von Farbe, das Integrieren von Fundstücken und das Spiel mit Patina entstehen Werke, die wie archäologische Funde wirken. In dieser vielschichtigen Mischtechnik auf Papier verbinde ich Fragmente voller Lebensspuren mit Gesso, Acryl, Aquarell sowie den feinen Linien von Aquarellstiften und Graphit.
Alles, was ich hinzufüge, verbirgt einen Teil des Vorangegangenen. Erst das anschließende Kratzen, Schleifen oder Lösen bringt unterliegende Strukturen wieder ans Licht. Dieser physische Prozess spiegelt das Thema der Vergänglichkeit wider: Nichts bleibt starr, alles ist in ständiger Wandlung.

In einer Welt der Perfektion und Schnelligkeit bilden meine Arbeiten den Gegenpol. Die bewusste Entscheidung für das Unvollkommene, das Rissige und die Patina ist ein Bekenntnis zum Wesentlichen. Jedes dieser Unikate auf Papier macht die feine Balance zwischen Beständigkeit und Veränderung spürbar und lädt ein zu einem Innehalten vor Strukturen, die weit über das Augenscheinliche hinausgehen.
Ein Rückblick auf Arbeiten und Collagen, die bereits ihren Platz in privaten Sammlungen gefunden haben. Diese Werke auf Leinwand und Holz dokumentieren die Entwicklung meiner Farb-Archäologie. Sie spiegeln eine Suche nach Tiefe und Patina wider, die nun in meinen aktuellen Papierarbeiten und der Yūgen-Serie ihren harmonischen Fortlauf findet