Wenn Du mich in meinem Dortmunder Atelier besuchst, fallen dir wahrscheinlich zuerst die Skulpturen ins Auge. Sie wachsen langsam, über Wochen hinweg. Meine Zeichnungen und Collagen entstehen jedoch nach einer völlig anderen Dynamik: Hier suche ich die pure Spontaneität. Der Strich muss im selben Moment sitzen, in dem er entsteht. Was ich auf das Papier setze, wird im Nachhinein nicht mehr korrigiert.
Spontaneität und der Verzicht auf Perfektion im Atelier
Ich versuche gar nicht, die Figuren anatomisch exakt auszuarbeiten. Auf den ersten Blick mag die Zeichnung dadurch fast rau oder scheinbar ungelenk wirken. Aber genau darum geht es mir: das gelernte, gefällige Zeichnen bewusst wegzulassen, um zum eigentlichen Kern einer menschlichen Form vorzudringen. Dahinter steckt kein Zufall, sondern die Entscheidung für das Ungekünstelte.
Jedes Blatt ist für mich wie ein visuelles Notat, eine zeichnerische Momentaufnahme, in der der schnelle Strich sichtbar bleibt. Ich arbeite ganz bewusst mit Freiflächen. Sie geben der Zeichnung den nötigen Raum, um auf dem Papier überhaupt wirken zu können.
Reduzierte Tuschezeichnungen und Mixed-Media-Materialien
Ich beginne meist mit der reinen Tusche. Manchmal bleibt es bei diesem einen Strich, manchmal kommen Schellack, Klebeband oder alte Papiere mit einer eigenen Vergangenheit hinzu. Durch diesen Kontrast bekommt das Blatt eine spürbare Haptik.
Die ungeschönte Direktheit expressiver Grafiken
Meine Arbeiten auf Papier leben von dieser sehr direkten, unmittelbaren Energie. Vielleicht ist es genau diese ungeschönte Direktheit, die viele Menschen an den Zeichnungen so anspricht.



