Die Kraft der leisen Töne

Künstlerin Claudia König bei der Arbeit an einer monochromen Figur in ihrem Atelier.
In meinem Atelier in Dortmund entstehen zeitgenössische Arbeiten, die nicht laut um Aufmerksamkeit rufen, sondern zum Innehalten einladen. Ich begreife mich als stille Beobachterin des Wesentlichen. Meine Kunst – ob als Skulptur, Grafik oder Collage – ist das Ergebnis eines konzentrierten Rückzugs. In der Arbeit suche ich nach einer Beständigkeit, die über den Moment hinausreicht.

Die Arbeit im Atelier ist ein ständiger Dialog zwischen Festhalten und Loslassen.
SKULPTUREN KAUFEN
GRAFIK & MALEREI KAUFEN 

 


Formwerdung: Wenn Papier lebendig wird

Für meine monochromen Skulpturen nutze ich ein selbst hergestelltes, plastisches Papier-Komposit, das ich mit gehärteten textilen Elementen verbindet. Diese Verbindung friert fließende Faltenwürfe und dynamische Bewegungen dauerhaft ein. Es entsteht eine Symbiose aus optischer Zerbrechlichkeit und stofflicher Festigkeit – weg vom klassischen Pappmaché-Bastelcharakter, hin zum bildhauerischen Unikat.

 

 

Detailaufnahme einer Skulptur mit wehendem Faltenwurf aus gehärtetem Papier und Textilien-Zeitgenössische Skulptur aus Pappmache und Papier-Komposit, Unikat von Claudia König
Detailansicht einer Skulptur mit Struktur aus Papier-Komposit und gehärtetem Pergamentpapier

Die Energie der Linie: Zeichnung als Momentaufnahme

Detailaufnahme einer abstrakten Grafik dreier Frauen von Claudia König: Schwarze Tuschelinien kombiniert mit haptischen Klebeband-Fragmenten auf naturweißem Papier.
Detailansicht: Zusammenspiel von Tusche, Schellack und Klebeband auf naturweißem Papier.

Im Gegensatz zur Malerei lebt die Grafik von der Schnelligkeit und der Reduktion. Jedes Blatt ist ein visuelles Notat – eine konzentrierte Momentaufnahme, in der die Energie der Handbewegung direkt spürbar bleibt.


In der Arbeit mit Tusche und Schellack suche ich den unmittelbaren Ausdruck. Ich nutze bewusste Brüche durch Klebeband oder materielle Gegensätze, um das Blatt über die reine Linie hinauswachsen zu lassen. Es ist ein Zusammenspiel aus klarer Struktur und dem unvorhersehbaren Moment, in dem die Energie moderner Grafik spürbar wird.


Spuren der Zeit: Eine Archäologie des Alltags

 Zeugen des Alltags: Alte Buchseiten und Plakatreste für künstlerische Collagen und Mixed-Media-Kunst von Claudia König.
Zeugen des Alltags: Alte Buchseiten und Plakatreste für künstlerische Collagen und Mixed-Media-Kunst.

Papier ist für mich weit mehr als ein bloßer Träger – es ist ein Medium, das Zeit konserviert. Im Atelier überlagere ich Fragmente und Skizzen, die bereits durch meine Hände gegangen sind und ihre eigenen Spuren tragen. In diesem Prozess suche ich nach einer Farb-Archäologie des Erlebten; so entstehen Strukturen, in denen Vergangenes und Neues unauflöslich miteinander verschmelzen.

Das Integrieren von Papierfragmenten macht die Oberfläche spürbar. Diese Fundstücke bringen ihre eigene Geschichte mit. Im Zusammenspiel mit der Malerei verlieren sie ihren ursprünglichen Kontext und werden Teil einer neuen, abstrakten Erzählung, in der die Risse, Kanten und das Brüchige im Mittelpunkt stehen.


Ausbildung

Hintergrund
  • Diplom-Designerin (Studium Objektdesign, FH Dortmund)
  • Schwerpunkte: Bildhauerei und experimentelle Malerei
  • Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler (BBK-Ruhrgebiet) und der VG Bild-Kunst
  • Preisträgerin „Grafik aus Dortmund“ sowie des Wettbewerbs „Lebenselixier KUNST“
Präsenz & Sammlungen
  • Werke in der Städtischen Kunstsammlung Dortmund
  • Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen weltweit

 

Austellungen

  • Einzelausstellungen & Projekte (Auswahl)
  • Moment mal – Über die Erforschung des Augenblicks, Galerie Friedrich 7, Dortmund
  • Überall ist anderswo, Städtische Galerie Torhaus Rombergpark, Dortmund
  • Augenblicke, Kunst- und Kulturverein Olfen
  • Alter Werkstoff – ganz modern, Heuson-Museum, Büdingen
Ausstellungsbeteiligungen & Kunst am Bau (Auswahl)
  • Grafik aus Dortmund, Berswordt-Halle (Preisträgerin)
  • Rot, BBK Ruhrgebiet, BIG Gallery am Dortmunder U
  • Einblicke, Städtischer Kunstankauf, Torhaus Rombergpark
  • Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich & Chartres, Frankreich (Internationales Projekt)
  • Kunst am Bau: Künstlerische Gestaltung von Glasarchitektur, u. a. St.-Johannes-Hospital Dortmund